Das Ende…

des Jahre 2014 rückt näher. Doch gerade jetzt legen die Verlage noch mal kräftig nach. Bereits auf dem BuCon, der am 12. Oktober in Dreieich stattfand, konnte der geneigte Leser wieder einige neue phantatstische Werke bewundern. Grund genug, ein kleines Protokoll interessanter Neuerscheinungen hier zu veröffentlichen.

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Sar Dubnotal – Nihilisten und Vampire
Autor: Unbekannt (Hrsg. Gerd Frank)
Verlag: Verlag Dieter von Reeken
Umfang: 412 Seiten
ISBN: 9783940679789
Preis: 25,00 €

Der Verlag Dieter von Reeken präsentiert nunmehr den dritten Band der Abenteuer von Sar Dubnotal. Übersetzter und Herausgeber Gerd Frank hat sich auch dieses Mal wieder viel Mühe gegeben, so dass der Leser ein Buch in der Hand halten kann, dessen Inhalt nicht nur Fans von Trivialliteratur begeistern dürfte.

Zum Inhalt
Ein Terroristenkomplott
In der Hölle Sibiriens
Azzef, der König der Provokateurs-Agenten
Die Braut aus Gibraltar
Die Vampire vom Friedhof
Die Schlafwandlerin der »Blutigen Furt«
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The End
Autor: Anthologie (Hrsg. Felix Woitkowski)
Verlag: p.machinery
Umfang: 189 Seiten
ISBN: 9783942533744
Preis: 8,90 €

Passent zum Titel dieses Artikels ist im Verlag p.machinery ein Anthologie-Band zum Thema Ende erschienen. In The End – Elf Schlusskapitel ungeschriebener Romane, sammelte der Herausgeber Felix Woitkowski Geschichten zu eben jenem Thema. Eine wohl »unvollständige« Lektüre, die aber Vergnügen bereitet.

Zum Inhalt
Felix Woitkowski: Nachrede
Timo Bader: Die Qual der Wahl
Petra Hartmann: Unter blutiger Flagge
Heidrun Jänchen: Der schwarzweiße Bote Gottes
Gerd Scherm: Der Musketier des Markgrafen
Vincent Voss: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Bettina Ferbus: Die Einhörner des Meeres
Bettina Unghulescu: Alpenglühen
Felix Woitkowski: Tot ist der König, der König ist tot
Arthur Gordon Wolf: Eisiges Feuer
Wolfgang Schroeder: Die Teufel aus den Magdalena Mountains
Uwe Voehl: Tod und Schinken
Felix Woitkowski: Über das Problem, hinten zu beginnen. Ein Essay
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duft

Die Duftorgel
Autor: Nina Horvath
Verlag: Wurdack Verlag
Umfang: 223 Seiten
ISBN: 9783955560003
Preis: 14,95 €

Zeit wurde es, dass ein Sammelband mit den SF-Werken der Autorin Nina Horvath erscheint! Der Wurdack Verlag hat sich dieser Aufgabe angenommen und sich mit einem auf 100 Exemplare limitierten Hardcover für würdig erwiesen. Der Titel des Buches – Die Duftorgel – ist nach nach der gleichnamigen Erzählung benannt, mit der die Autorin 2012 den Deutschen Phantastik Preis gewann.

Inhalt
Vorwort von Hermann Urbanek, Das virtuelle Nekropolis, Illusion und Perfektion, Tod einer Puppe, Darwins Schildkröte, Der Wert des Augenblicks, Auf jedem Schiff, dass dampft und segelt …, Mayliss, Welt der Insekten, Ein bisschen Weltuntergang, Die Kosmozoentheorie, Der unsichtbare Marionettenspieler, Oxymoron, Das Glaskuppelprinzip, Vom Universum geträumt, Hell dunkel, dunkel hell, Trautes Heim, parallel, Zukunftsauge, Das Spiel, Die Duftorgel
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Abschied von Bleiwenheim
Autor: Anthologie (Hrsg. Andreas Fieberg)
Verlag: p.machinery
Umfang: 145 Seiten
ISBN: 9783942533737
Preis: 7,90 €

Zum Todestag des Autors und Verlegers Hubert Katzmarz hat Andreas Fieberg einen Gedächtnisband herausgegeben, in dem Kollegen, Freunde und Weggefährten den Schriftsteller und sein Werk würdigen.

Zum Inhalt
Andreas Fieberg: In memoriam Hubert Katzmarz
Christian Thielscher: Ruhe sanft!
Michael Engel: Ich bin nicht Kafka
Michael Siefener: Nonnen (Auszug)
Monika Niehaus: Schreibblockade
Hubert Katzmarz: Ein Meisterwerk der Weltliteratur (Auszug)
Jörg Weigand: Der mysteriöse Flug
Andreas Fieberg: Der Mann im Ei
Boris Koch: Vor der Tür
Ellen Norten: Der Tag, an dem die Welt verduftete
Jörg Kleudgen/Uwe Voehl: Rückkehr nach Mu
Thomas Franke: Saudade
Jörg Isenberg: Gier
Malte S. Sembten: Abschied von Bleiwenheim
Thomas Franke: Sisyphos

Bild- und Inhaltsquelle: p.machinery, Wurdack Verlag und Verlag Dieter von Reeken

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Saburac

Der neuste Titel der Goblin Press erschien recht überraschend, denn eigentlich war er erst im Herbst geplant und sollte Der kataleptische Traum von Michael Knoke sein. Doch Jörg Kleudgen lag eine Geschichte auf dem Herzen, die er sich unbedingt von der Seele schreiben wollte.
Der Band ist wieder in schöner Manufakturarbeit hergestellt und kann über joerg(at)the-house-of-usher.de bestellt werden.

Saburac_1Autor: Jörg Kleudgen
Verlag: Goblin Press
Umfang: 74 Seiten
Preis: 10,00 €

Inhalt

»Im Schatten eines hoch aufragenden Hauses mit ungewöhnlichem Sägezahngiebel entdeckte er ein winziges Geschäft. Es handelte sich um ein Antiquariat. Ein Großteil des Sortiments schien aus Büchern zu bestehen, von denen viele recht alt und zumindest auf den ersten Blick interessant schienen. Als Krebs genauer hinsah, stellte er fest, dass es sich um medizinische und wissenschaftliche Nachschlagewerke handelte. Dennoch konnte er der Versuchung nicht widerstehen und betrat den Laden, begleitet von dem leisen Klingen eines Glockenspiels.
Es war, als trete er in eine andere Zeit ein. Die Einrichtung des Geschäfts war auf angenehme Weise altertümlich. Der Geruch der Bücher mischte sich mit dem Duft würzigen Pfeifentabaks. Hinter einem Arbeitstisch, auf dem Kartonagen, Kleber und Stifte ausgebreitet lagen, saß ein Mann, der nur kurz aufblickte, als Krebs eintrat. Er konzentrierte sich darauf, einen Bucheinband auszubessern und gleichzeitig die Bruyèrepfeife in Gang zu halten, die in seinem Mundwinkel stak.«

Die Tragödie des Atheisten

Weshalb ich die deutsche Kleinverlagszene der Phantastischen Literatur so sehr schätze, hat mir jüngst die kleine, aber Feine Edition Nachtgänge wieder klar gemacht. Dort ist still und heimlich ein neuer Titel erschienen – Die Tragödie des Atheisten von Cyril Tourneur – den man sich ruhig gönnen sollte.

AtheistAutor: Cyril Tourneur
Verlag: Edition Nachtgänge
Umfang: 144 Seiten
ISBN: 9783981419115
Preis: 12,00 €

Dieses Schauerstück aus dem Jahr 1611 ist eigentlich ein Bühnenstück und ist auch so aufgebaut. Das bedingt sicherlich nur ein gewisses Publikum, welches dazu greifen wird. Dessen ist sich auch der Übersetzter und Herausgeber Andreas Fliedner bewusst, der sich für den Titel zuständig zeigt.
»Ursprünglich war die Übersetzung der Atheist’s Tragedy ein sehr persönliches Projekt von mir, das ich in einer bestimmten Lebenssituation begonnen habe ohne konkrete Möglichkeiten der Publikation oder Aufführung vor Augen zu haben. Mit einem solchen Text sitzt man in der Tat zwischen den Stühlen: Eigentlich ist er als Theaterstück natürlich für die Bühne gedacht, aber es ist ein sehr personenreiches und aufwändiges Stück eines mehr oder weniger unbekannten Autors, d.h. ein Theater für eine Aufführung zu interessieren ist ziemlich schwierig (selbst in England gab es meines Wissens in den letzten 40 Jahren nur drei Inszenierungen des Stückes, davor sind überhaupt keine überliefert). Das Stück als Lesetext zu präsentieren ist also in gewissem Sinne nur die zweitbeste Lösung, aber ich hoffe schon, dass die radikale Bild- und Gedankenwelt von Tourneur, beim Lesen zur Geltung kommt, vielleicht kann man sich, wenn man das Stück liest, sogar besser in sie einfinden.
Es gibt eigentlich drei Aspekte, die für eine Veröffentlichung in Buchform sprachen und die das Stück, wie ich hoffe, über den Status einer bloßen Kuriosität oder eines persönlichen Steckenpferdes von mir als Übersetzer hinausheben. Worin sein Reiz als literarischer Text liegen könnte, habe ich ja schon skizziert. Dann kommt dazu, dass es auch ideengeschichtlich ein Dokument ist, insofern Tourneur versucht, einen Atheisten im modernen Verständnis des Wortes, also einen vollständigen Gottesleugner – wenn auch nur als ›Schurkengestalt‹ – auf die Bühne zu bringen. Damit verarbeitet er in einer sensationalistisch-theatralischen Form eine politisch-theologische Diskussion, die seine Zeitgenossen sehr bewegt hat – nämlich die Frage, ob es Atheisten gibt und wie gefährlich diese für das Gemeinwesen sind.
Ein dritter Grund für die Veröffentlichung ist, dass eine ganze Reihe von Autoren der dekadent-phantastischen Sphäre oder einer ›frenetischen Moderne‹ Tourneur gelesen haben und auf ihn Bezug nehmen, darunter Algernon Charles Swinburne, Vernon Lee (die ja auch phantastische Erzählungen verfasst hat), der bereits genannte Marcel Schwob, Alfred Jarry und Antonin Artaud. Also etwas pathetisch gesagt, wenn es so etwas wie einen ›Anti-Kanon‹ oder einen ›schwarzen Kanon‹ der Literatur geben würde, dann glaube ich schon, dass Tourneur einen Platz darin hätte. Ich finde das ist schon ein Grund, das Experiment einzugehen, den einzigen längeren Text, den man diesem Autor heute noch zuordnen kann, zumindest in einem kleinen Rahmen wie der Edition Nachtgänge zugänglich zu machen.«

Bildquelle: Edition Nachtgänge

ZWIELICHT 3 Flyer selbst gemacht

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ZWIELICHT 3 goes Print

Endlich ist es soweit! Nachdem bereits im März 2013 ZWIELICHT 3 – Das Horrormagazin als E-Book erschienen ist, folgt num im August die Printausgabe im Verlag Saphir im Stahl. Dabei muss man sagen, ist der Entschluss dazu noch gar nicht so alt. Erst im April, genauer auf dem Marburg-Con, hat sich die unheilige Allianz zwischen Herausgeber Michael Schmidt und Verleger Erik Schreiber gebildet. Und nun, wenige Monate später, ist es soweit. Das lob ich mir!

Zwielicht 3Autor: Anthologie (Hrsg. Michael Schmidt)
Verlag: Saphir im Stahl
Umfang: 423 Seiten
Preis: 9,95 €

Inhalt
Antje Ippensen – Tintige alte Welt
Marcus Richter – Rex nemorensis
Abel Inkum – Die Nacht im Schacht
Dominik Grittner – Der graue Raum
Rainer Innreiter – Gestrandet!
Torsten Scheib – Das Muschelmädchen
Jakob Schmidt – Der Wintermann
Christian Endres – Knochen erinnern sich
Michael Schmidt – Zwei Seelen in einer Brust
Lothar Nietsch – Edward
Christian Weis – Bruder Lazarus
Michael Siefener – Im Schatten
Achim Hildebrand – Biedenbach
Merlin Thomas – Jenseits der Tür
Algernon Blackwood – Das Tal der Tiere (The Valley of the Beasts)

Artikel
Oliver Kotowski – Der Wald als Ort des Bösen im Horrorfilm
Daniel Neugebauer&Mirko Stauch – Lovecrafts Reisetagebuch
Björn Ian Craig – Wenn einem der Atem stockt!
Eric Hantsch – Die zärtliche Stimme der Dunkelheit
Michael Schmidt und Elmar Huber – Vincent Preis 2010
Malte S. Sembten – Laudatio auf Frank Festa

Bild- und Inhaltsquelle: Der Ernstfall Michael Schmidt

Der Mann mit dem Lachen

LaechelnAutor: Victor Hugo
Verlag: Achilla Presse
Umfang: 897 Seiten in zwei Bänden
ISBN: Nicht vorhanden
Preis: 48,00 €

Bereits die Phantastik-Kenner Rein A. Zondergeld und Holger E. Wiedenstried haben in ihrem Lexikon der Phantastischen Literatur festgestellt, dass der bekannte und hochgeschätzte Schriftsteller Victor Hugo in einigen seiner Romane auf die Versatzstücke der Schauerliteratur sehr wirkingsvolle zurück zu greifen wusste.
Auch in Der Mann mit dem Lachen ist dieser Einfluss zu spüren, obwohl sicher nicht so deutliche wie in des Autors ersten Werken Die schwarze Fahne oder Han von Island.
Im Verlag von Mirko Schädel, der Achilla Presse, ist diese in Deutschland leider nicht so bekannten Werk des Autors nun in einer schönen Sammlerausgabe mit Schuber erschienen.
Hugo lässt seinen Roman im England zur Herrschaftszeit von Königin Anna spielen. Von den knurrigen Gaukler Ursus, der mit seinen Karren und einem Bären umher zieht, werden zwei Waisenkinder, ein blindes Mädchen und ein Junge aufgenommen. Gwynplaine, so der Name des Letzteren, wurde grausamen Mißhandlungen ausgesetzt, eine Clownmaske buchstäblich ins Gesicht eingeprägt. Ursus bildet die beiden Kinder als Mimen aus.
In London angekommen wird der Knabe als Sohn hoher Adliger erkannt, deren Kind entführt wurde. In den Besitz seines angestammten Rechte gekommen und in das Oberhaus aufgenommen, macht er sich zum Anwalt jener elenden Kreaturen, unter denen er seine Jugend verbrachte.
Desweiteren ist der Titel auch als dreiteilige Paperback-Ausgabe im Golkonda Verlag in Vorbereitung. Band 1 ist für Herbst 2013 geplant.

Phantastik-Zine im Doppelpack

Seit dem Marburg-Con sind bereits 2 Wochen vergangen und mich plagt schon wieder das Verlangen danach. Leider gibt es diese schöne Veranstaltung nur einmal im Jahr, so dass ich meine Sehnsucht zügeln muss. Ein Blick in das vereinseigene Magazin MVP-M dürft da wohl erst einmal Abhilfe schaffen. Und wo wir gerade dabei sind: das gute Stück respektive die guten Stücke können auch Nicht-Mitglieder beziehen. Eine Mail an e.terwill(at)phantastik-gilde.de genügt. In den Magazin finden sich Story von bekannten Autoren, Artikel und Rezensionen.
Ich durfte zu diesen beiden Ausgaben ebenfalls meinen Teil beitragen und habe natürliche das gemacht, was ich am besten kann: an den Büchern anderer herumkritteln.

MVP-M Nr. 17-A

MVPM_Magazin17AAutor: Anthologie (Hrsg. Thomas Will)
Verlag: Marburg Verein für Phantastik
Umfang: 58 Seiten
ISSN: Keine vorhanden
Preis: 3,50 €

Zum Inhalt
Vorwort
Elric terWill: Vorabbemerkung: Mythenpunk – Der-Marburg-Award 2012
Nina Sträter: Wunderschöne Jacobe von Baden
Sabrina Zelezny: Sonderzug nach Vineta
Tedine Sanss: Der Sagenborn
Paul Bates: Bate´s Motel
Christian Spließ: TV-Serien
Eric Hantsch: Aus dem vergessenen Bücherregal
Elric terWill: Schlusswort

MVP-M Nr. 17-B

MVPM_Magazin17BAutor: Anthologie (Hrsg. Thomas Will)
Verlag: Marburg Verein für Phantastik
Umfang: 66 Seiten
ISSN: Keine vorhanden
Preis: 3,50 €

Zum Inhalt
Vorwort
Jörg Herbig: Die Raupe
Vincent Voss: Lucie
Sean Beckz: Stumpfsaft
Michael Schmidt: Julio
Tobias Bachmann: Der Blutwurstesser
Markus K. Korb: Disneyland Zombie-Massacre
Paul Bates: Bate´s Motel
Christian Spließ: TV-Serien
Eric Hantsch: Aus dem vergessenen Bücherregal
Elric terWill: Schluss jetzt!

Bild-und Inhaltsquelle: Marburger Verein für Phantastik