Der Preis ist heiß

Liebe Freunde!
Auch in diesem Jahr wird wieder der VINCTEN PREIS, der Award für Horror und Dunkle Phantastik, ausgelobt. Bis einschließlich dem 16. Februar 2014 können alle Mitglieder des Horror-Forum.com und eine ausgewählte Jury aus Autoren, Grafikern, Verlegern und Journalisten ihr Lieblingswerk des Jahres 2013 in den Kategorien Roman, internationales Werk, Kurzgeschichte, Anthologie/Magazin/Geschichtensammlung, Hörspiel/Hörbuch und Sonderpreis nominieren.
Wer seine Stimme bisher noch nicht abgegeben haben sollte, der kann das noch unter vincent(at)defms.de tun oder eine PN im Horror-Forum.com an Mammut oder Elmar senden.
Ran an den Speck!

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Die Ruhe vor dem Sturm

Seit Oktober habe ich nun keine Neuigkeiten, Buchvorstellungen oder gar Rezensionen mehr gepostet. Das liegt vor allem an einigen – natürlich literarischen – Projekten, die ich betreuen darf. Tatsächlich sieht es derzeit so aus, dass sich dieser Zustand vor dem neuen Jahr auch nicht mehr ändern wird. Meine Leser möchte ich deshalb um Geduld bitten. 2014 wird es weitergehen. Das gleich gilt auch für CTHULHU LIBRIA, das ebenfalls seit Oktober ruht. Ich hoffe, Ihr bleibt diesem Blog und dem Zine dennoch gewogen!

Der Tod kann mich nicht mehr überraschen

Der_Tod_kann_mich_nicht_mehr_überraschenAutor: Heike Vullriede
Verlag: Luzifer Verlag
Umfang: 231 Seiten,
Preis: 14,50 €
ISBN: 9783943408072

Das Buch von Heike Vullriede Der Tod kann mich nicht mehr überraschen nimmt im Programm des auf Phantastik spezialisierten Luzifer Verlags eine Sonderstellung ein. Es ist kein Buch in dem übernatürliche Wesen auftauchten, Monster den Menschen nach dem Leben trachten, oder Außerirdische die Weltherrschaft erringen wollten – nicht das der Luzifer Verlag solch trivialen Stoff überhaupt anbieten würde. Nein, das Werk von Heike Vullriede ist eine Schicksalsgeschichte, die jeder Mensch durchleiden könnte.

Der erfolgreiche Angestellte Marvin Abel hat die Schreckensnachricht erhalten, ein bösartiges Neoplasma wuchere in seinem Kopf, worauf man ihn in eine Klinik zur Strahlentherapie schickt. Noch mit dem Gedanken sich schnell dieser Behandlung zu unterziehen und dann wieder als gesunder Mann nach Hause zu geht, richtet sich Marvin ein. Doch so einfach ist es nicht.

Zu Beginn der Erzählung hat der Leser das Gefühl, Heike Vullriede würde nur »so nebenbei« eine Geschichte erzählen. Auf den ersten drei Seiten liegt der Protagonist in der Badewanne und übt das Sterben. Was sich geradezu wahnwitzig ließt, entpuppt sich bei fortschreitender Lektüre als ein perfides Charakteristikum, dass die Autorin immer wieder durchblitzen lässt. Doch es wird kein beiläufiger Roman erzählt, sonder das Schicksals eines Todgeweihten thematisiert.
Hinzu kommt die geradezu plastisch wirkenden Alltäglichkeiten in einer Klinik: herumhetzende Schwestern, Ärzte die sich hinter ihrem Wissen versteckend eine Maske der Kälte zugelegt haben und Besucher die alles andere wollen, als dem Kranken Mut zu schenken. All diese Dinge hat Heike Vullriede in einem kurzen Roman verpackt und löst damit im Leser eine Achterbahnfahrt der Gefühle aus. Mann ist hin und her gerissen zwischen Trauer, hysterischeren Lachen, Empörung und Sprachlosigkeit. Alle Welt hat Marvin scheinbar schon abgeschrieben. Seine Frau plappert belanglose Dinge, sein Bruder will Geld und die eigene Mutter erzählt nur von ihren Krankheiten. Der liebe Kollege kommt zu Besuch um sein wahres Gesicht zu zeigen und der Betrieb, den man jahrelang treu gedient hat, hat nichts weiter für einem übrig, als einen kurzen, nichtssagenden Anruf. Marvin Abel muss sterben, die Welt, der er sich bisher zugehörig gefühlt hat, wird ihm fremd.
Hinter all diesen Dingen steht wohl die Wahrheit, dass jeder Mensch einsam stirbt. Die Gesunden wollen nicht an Krankheit oder Tod denken; das Leben geht weiter. Es ist eine Existenz vollgestopft mit im Grunde sinnlosen Dingen im Spiegel des eigenen Todes. Und doch offenbart der Roman, dass es für den Menschen keine andere Möglichkeit gibt, denn was der Tod ist, wissen wir erst, wenn er uns ereilt; was richtiges Leben bedeutet können wir nicht einschätzen so keine allgemeingültige Formel dafür vorhanden ist. In diesem Wendekreis schlägt sich vielleicht auch der Glaube der Autorin nieder, die Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union ist. Viele Merkmale deuten darauf hin.

Der Tod kann mich nicht mehr überraschen ist gewiss ein hoch emotionales Werk, dass wohl auch von der Autorin im Wissen um einen gegangen Freund oder Verwandten – so die Widmung im Buch schließen lässt – verfasst wurde. Aber auch ohne diesen Hinweis würde der Roman seine Wirkung nicht verfehlen. Gezeichnet wird ein bedrückendes Bild ohne Übertreibungen, dass hier nicht zu genau beschrieben sei, so man das Buch lieber selber lesen sollte.
Das manche Dinge relativiert werden ist zwar nachvollziehbar, gleichzeitig stellt es aber auch eine schmerzhafte Einsicht dar, der man sich als Mensch mit einem Ego kaum entziehen kann.
Das Ende fällt bitterböse aus und man ist versucht laut zu schreien, denn damit wird ein weiterer, wunder Nerv des Menschsein getroffen: Der Wille die Kontrolle zu behalten und dennoch dem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein. Überwältigend!

Der Tod kann mich nicht mehr überraschen ist kein schönes, aber ein verdammt ehrliches Buch; kein Horror-Roman, dennoch beängstigend; ein Drama – durchaus, aber aus den wahren Leben gegriffen. Hervorragend geschrieben, bedrückend und traurig. Ein emotionaler Leckerbissen!

Saburac

Der neuste Titel der Goblin Press erschien recht überraschend, denn eigentlich war er erst im Herbst geplant und sollte Der kataleptische Traum von Michael Knoke sein. Doch Jörg Kleudgen lag eine Geschichte auf dem Herzen, die er sich unbedingt von der Seele schreiben wollte.
Der Band ist wieder in schöner Manufakturarbeit hergestellt und kann über joerg(at)the-house-of-usher.de bestellt werden.

Saburac_1Autor: Jörg Kleudgen
Verlag: Goblin Press
Umfang: 74 Seiten
Preis: 10,00 €

Inhalt

»Im Schatten eines hoch aufragenden Hauses mit ungewöhnlichem Sägezahngiebel entdeckte er ein winziges Geschäft. Es handelte sich um ein Antiquariat. Ein Großteil des Sortiments schien aus Büchern zu bestehen, von denen viele recht alt und zumindest auf den ersten Blick interessant schienen. Als Krebs genauer hinsah, stellte er fest, dass es sich um medizinische und wissenschaftliche Nachschlagewerke handelte. Dennoch konnte er der Versuchung nicht widerstehen und betrat den Laden, begleitet von dem leisen Klingen eines Glockenspiels.
Es war, als trete er in eine andere Zeit ein. Die Einrichtung des Geschäfts war auf angenehme Weise altertümlich. Der Geruch der Bücher mischte sich mit dem Duft würzigen Pfeifentabaks. Hinter einem Arbeitstisch, auf dem Kartonagen, Kleber und Stifte ausgebreitet lagen, saß ein Mann, der nur kurz aufblickte, als Krebs eintrat. Er konzentrierte sich darauf, einen Bucheinband auszubessern und gleichzeitig die Bruyèrepfeife in Gang zu halten, die in seinem Mundwinkel stak.«

ZWIELICHT 3 Flyer selbst gemacht

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ZWIELICHT 3 goes Print

Endlich ist es soweit! Nachdem bereits im März 2013 ZWIELICHT 3 – Das Horrormagazin als E-Book erschienen ist, folgt num im August die Printausgabe im Verlag Saphir im Stahl. Dabei muss man sagen, ist der Entschluss dazu noch gar nicht so alt. Erst im April, genauer auf dem Marburg-Con, hat sich die unheilige Allianz zwischen Herausgeber Michael Schmidt und Verleger Erik Schreiber gebildet. Und nun, wenige Monate später, ist es soweit. Das lob ich mir!

Zwielicht 3Autor: Anthologie (Hrsg. Michael Schmidt)
Verlag: Saphir im Stahl
Umfang: 423 Seiten
Preis: 9,95 €

Inhalt
Antje Ippensen – Tintige alte Welt
Marcus Richter – Rex nemorensis
Abel Inkum – Die Nacht im Schacht
Dominik Grittner – Der graue Raum
Rainer Innreiter – Gestrandet!
Torsten Scheib – Das Muschelmädchen
Jakob Schmidt – Der Wintermann
Christian Endres – Knochen erinnern sich
Michael Schmidt – Zwei Seelen in einer Brust
Lothar Nietsch – Edward
Christian Weis – Bruder Lazarus
Michael Siefener – Im Schatten
Achim Hildebrand – Biedenbach
Merlin Thomas – Jenseits der Tür
Algernon Blackwood – Das Tal der Tiere (The Valley of the Beasts)

Artikel
Oliver Kotowski – Der Wald als Ort des Bösen im Horrorfilm
Daniel Neugebauer&Mirko Stauch – Lovecrafts Reisetagebuch
Björn Ian Craig – Wenn einem der Atem stockt!
Eric Hantsch – Die zärtliche Stimme der Dunkelheit
Michael Schmidt und Elmar Huber – Vincent Preis 2010
Malte S. Sembten – Laudatio auf Frank Festa

Bild- und Inhaltsquelle: Der Ernstfall Michael Schmidt

Auf H. P. Lovecrafts Spuren: Verbotene Bücher

Hier etwas in (fast) eigener Sache. Der Verlag Torsten Low und die Geschichtenweber haben wieder eine Lovecraft-Ausschreibung ausgebrütet. Das Thema: verbotene Bücher. Ich werde die Ausschreibung als stellvertretender Projektleiter von Anfang bis Ende begeleiten. Alle Details sind dem Ausschreibungstext zu entnehmen. Teilnahme erwünscht. 😉

Ausschreibung

Wissen so mächtig, gebannt auf Papier.
Kräfte so schrecklich, lauern hier.
Von verruchtem Geist, in gieriger Hast.
Die Formeln des Grauens hervorgebracht.

Die Säulen der Erde, im kalten Feuer gefangen.
Die Sterne sie fallen, der Himmel vergangen.
Ein verzehrender Kataklysmus, unwiderruflich setzt ein.
Gefangen auf ewig, in der alten Götter Pein.

Die Namen von verbotenen Büchern wie dem Necronomicon, Culte des Ghules oder von Juntz‘ Schreckliche Kulte sind untrennbar mit dem Cthulhu-Mythos und seinem Schöpfer H. P. Lovecraft verbunden. Sie dienen nicht nur dazu, den Geschichten um die Großen Alten einen authentischen Charakter zu verleihen, sondern lassen schon allein beim Klang ihres Namen die Sinne des Lesers erbeben und fröstelnde Gedanke an das unheilvolle Wissen, welches zwischen ihren Seiten schlummert, in ihm aufsteigen.

Den Geschichtenwebern ist es bereits mit Metamorphosen und Die Klabauterkatze gelungen, den lovecraftschen Kosmos um einige weitere Facetten des amorphen Grauens zu bereichern. Dennoch lauern noch viele Geheimnisse der Großen Alten in blasphemischen Büchern verborgen und warten darauf, von talentierten Autoren erweckt zu werden!
Zusammen mit dem Verlag Torsten Low suchen Thomas Backus, Eric Hantsch, Nina Horvath und Sabrina Hubmann nach Geschichten, in denen die dunkle Macht verruchten Wissens aus eben jenen unheiligen Schriftwerken die Großen Alten erneut auf Erden wandeln lässt.

Allgemeine Bedingungen:
-Alle Geschichten müssen der Phantastik zugehörig sein und den lovecraftschen Kosmos berücksichtigen. Ein direkter Bezug zu den Großen Alten ist jedoch nicht zwingend.
-Jeder Autor darf maximal zwei Geschichten einreichen.
-Beiträge, in denen Gewalt und Pornographie in sinnloser Folge und ohne im Kontext der Geschichte zu stehen, Verwendung finden, werden disqualifiziert.
-Die einzureichenden Beiträge dürfen bisher weder als Print, noch in digitaler Form, egal in welcher, veröffentlicht worden sein.
-Wir erwarten, dass die Autoren die Bedeutung der verbotenen Bücher des lovecraftschen Mythos explizit in ihren Texten beachten, es aber im Vordergrund steht, neue blasphemische Schriften zu erfinden und in Verbindung mit der Geschichte zu setzen!
-Wir wollen keine Fan-Fiction, also Geschichten, die andere mythosbezogene Werke wie z.B. Der Hexer berühren, deren Motive oder Elemente verwenden, sondern Werke, die allein von euren Ideen inspiriert sind! Je origineller eure Texte sind, desto eher werden sie uns begeistern!

Formale Bedingungen:
-Die Texte sollten einen Umfang von 5.000 bis 50.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben.
-Die Einsendungen müssen in neuer Rechtschreibung verfasst sein und als .rtf (Rich Text Format) vorliegen.
-Verwendung nur von Times New Roman, Schriftgröße 12, 1,5facher Zeilenabstand.
-Bei technischen Verstößen werden wir die Geschichten nicht annehmen.
-Bitte fügt eurer Einsendung eine Kurzbiographie sowie eure Kontaktdaten (Realname, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail) bei.

Einsendungen werden bis zum 31. Oktober 2013 unter:
lovecraft(at)verlag-torsten-low.de
entgegen genommen.

Honorar:
Sowohl die Teilnahme an der Ausschreibung als auch die Veröffentlichung in der Anthologie sind kostenlos. Auch sonst entstehen keinerlei Verpflichtungen. Es wird für jedes verkaufte Buch ein Gesamthonorar von 10 % vom Verkaufspreis ausgezahlt. Dieses Honorar wird nach einem Seitenschlüssel auf alle veröffentlichten Autoren aufgeteilt. Für jedes verkaufte E-Book wird ein Gesamthonorar von 25 % vom Verkaufspreis ausgezahlt. Auch dieses Honorar wird nach einem Seitenschlüssel auf alle veröffentlichten Autoren aufgeteilt.
Des Weiteren erhält jeder angenommene Autor ein Freiexemplar und kann weitere Exemplare der Anthologie zum Autorenrabatt erwerben (30% Rabatt auf den Ladenverkaufspreis). Der Autor ist weder zur Abnahme von Büchern noch zur Vermarktung verpflichtet.

Rechtliches:
Mit Einreichung seiner Geschichte erklärt sich der Teilnehmer mit den Bedingungen dieser Ausschreibung in allen Punkten einverstanden. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Kriterium für eine Veröffentlichung ist die Qualität des Textes. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Inhaltsquelle: Verlag Torsten Low

Bildquelle: Thomas Backus