CTHULHU LIBRIA Nr. 58

CL 58 präsentier in dieser Ausgabe phantastische Neuerscheinungen aus dem Monat Juni. Außerdem Rezensionen und eine marginale Buchbesprechung zum Thema Atlantis von Dr. Michael Bülow ist darin zu finden. Abgerundet wird das Ganze mit einer Geschichte von Daniel Schenkel. Lesen! Jetzt!!! Mehr Infos HIER.

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In dieser neuen Ausgabe CTHULHU LIBRIA gibt es wieder einiges zu entdecken. Neben Rezensionen warten einige frische Titel des Unheimlichen und Phantastischen darauf, erkundet zu werden. Außerdem präsentieren wir Euch in der neuen Sparte Marginalia einige bemerkenswerte Bücher aus dem Bereich Grenzwissenschaften, die von Dr. Ralf Bülow bestritten wird.

Wie Ihr schon in der letzten Ausgabe feststellen konnte, haben Vorstellungen von Comics und Mangas zugenommen. Wir streben an, diese Kontinuität beizubehalten. Ebenfalls eine Änderung gibt es bezüglich den Vorschauen, die wir ab dieser Ausgabe aussparen wollen. So steht mehr Platz für andere, interessante Texte zur Verfügung und das Zine wirkt nicht so aufgebläht.

Abgeschlossen wird CTHULHU LIBRIA 58 mit der Geschichte Von unten von Daniel Schenkel. Ein düsteres Prosastück, das in der Anthologie Sarturia Macabre II (Sarturia Verlag) erscheinen wird, wir Euch aber schon vorab präsentieren dürfen. Wir bedanken uns recht herzlich bei Daniel Schenkel für die Bereitstellung des Textes!

Tentaklige Grüße aus der Redaktion des Schreckens
Eric Hantsch und das CL‐Team

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Cthulhu Libria Nr. 57

CTHULHU LIBRIA 57 ist, im Gegensatz zur letzten Ausgabe, mit 59 Seiten ein wenig eingelaufen. Das ist dem Umstand zu schulden, dass das Redaktionsteam mit CL 56 an seine Grenze angelant ist. Es wurde klar, weitere solche Monsterausgaben würden unsere Möglichkeiten sprengen. CL ist ja nach wie vor ein Freizeitprojekt, dass wir neben unseren täglichen Pflichten erstellen. Aus diesem Grund werden wir in Zukunft volumenmäßig wieder kleinere Nummer bringen. Wir hoffen dennoch,dass ihr uns treu bleibt!

Hochverehrte Tiefenwesen, liebe Mitshoggothen!

vielleicht mag es nur ein trügerisches Gefühl sein, doch scheint das Sommerloch bereits nach uns zu greifen. Das zeigt der Umfang dieser Ausgabe, der im Vergleich zu CL 56 etwas weniger umfangreich geraten ist. Wir hoffen dennoch, dass Euch CL 57 wieder überzeugen kann. An informativen Rezensionsartikeln zu Prosa und Comics fehlt es dennoch nicht. Dafür haben Carmen Weinand, Elmar Huber, Thomas Backus, Florian Hilleberg, Benjamin Kentsch und Eric Hantsch gesorgt. Der längst überfällige Bericht über den Marburg-Con im April ist auch enthalten; nicht zu vergessen die neuste Graphic-Novel von Johann Peterka, gezeichnet nach der Geschichte Das Ding von Bettina Ferbus aus der Anthologie Auf H.P. Lovecrafts Spuren – Metamorphosen.
Daneben gibt es außerdem eine neue Short-Story von Arnold Reisner: Kreis-Läufe.

Tentaklige Grüße aus der Redaktion des Schreckens
Eric Hantsch und das CL‐Team

CTHULHU LIBRIA Nr. 56

Wieder eine höchst umfangreiche Ausgabe CTHULHU LIBRIA präsentier das CL-Team. Das verzeiht hoffentlich auch den verspäteten Erscheinungstermin. Das gute Stück ist über Cthulhus Ruf, Luzifer Store und Literra downloadbar.

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Hochverehrte Tiefenwesen, liebe Mitshoggothen,

in den letzten Monaten haben sich immer mehr Phantastik-Portal entschieden, auf neue Ausgaben von Cthulhu Libria hinzuweisen, was zeigt, dass das Zine immer beliebter wird. Bisher waren die Adressen zum Download immer Literra.info und Cthulhus Ruf. Nun ist eine weitere hinzugekommen: der Luzifer Store. Dort gibt es nicht nur CL zum kostenlosen Download, sondern der interessierte Leser des Phantastischen kann sich auch Bücher bestellen und E-Books und Hörspiele herunterladen. Angeboten werden die Titel verschiedener Verlage, was eine wunderbare Alternative zu herkömmlichen Buchhandelsportalen bildet. Nebenbei sei bemerkt, dass im Luzifer Store auch nach und nach die alten CL-Ausgaben erscheinen werden, aus der Zeit, als es noch ein konventionelles Newsletter war. Vielleicht mag der ein oder andere Gefallen daran finden.

In dieser aktuellen Ausgabe dürfen wir einen höchst interessanten Gast-Beitrag von Dr. Ralf Bülow präsentieren, mit dem Titel Eis-Propheten: Wurde die Titanic-Katastrophe vorausgesagt?, der zwar anfangs nur marginal phantastisch-literarisch erscheinen mag, bei genauer Betrachtung aber Lust auf die Lektüre maritimer Abenteuer macht und nebenbei eine nette Spekulationsgrundlage um den Fall – nicht nur – der Titanic bietet. Außerdem findet sich auch endlich der längst fällige Bericht von der Leipziger Buchmesse. Leider nicht so umfangreich, wie geplant, aber mit ein paar netten Bilder.
Ebenso lesenswert sind auch dieses Mal wieder die Rezensionen von Carmen Weinand, Elmar Huber, Benjamin Kentsch, Axel Weiß, Thomas Backus und Eric Hantsch.

Im Geschichten-Teil Imaginatio Lux findet sich von Jörg Kleudgen Der Leser/Die Leiche im Herbststurm. Diese höchst atmosphärische Geschichte wurde zuletzt in der Sammlung Die Mühlen der Zeit in einer kleinen Auflage von 50 Exemplaren in der Goblin Press publiziert und wird nun, nach 9 Jahren, dem Leser wieder zugänglich gemacht. Des Weiteren präsentieren wir Das Schreien der Kröten, eine deftige Story lovecraftschen Coleurs, mit der Torsten Scheib am Marburg-Award 2013 teilnahm. Wir bedanken uns bei Jörg Kleudgen und Torsten Scheib recht herzlich für die tollen Beiträge!

Tentaklige Grüße aus der Redaktion des Schreckens
Eric Hantsch und das CL‐Team

Phantastik-Zine im Doppelpack

Seit dem Marburg-Con sind bereits 2 Wochen vergangen und mich plagt schon wieder das Verlangen danach. Leider gibt es diese schöne Veranstaltung nur einmal im Jahr, so dass ich meine Sehnsucht zügeln muss. Ein Blick in das vereinseigene Magazin MVP-M dürft da wohl erst einmal Abhilfe schaffen. Und wo wir gerade dabei sind: das gute Stück respektive die guten Stücke können auch Nicht-Mitglieder beziehen. Eine Mail an e.terwill(at)phantastik-gilde.de genügt. In den Magazin finden sich Story von bekannten Autoren, Artikel und Rezensionen.
Ich durfte zu diesen beiden Ausgaben ebenfalls meinen Teil beitragen und habe natürliche das gemacht, was ich am besten kann: an den Büchern anderer herumkritteln.

MVP-M Nr. 17-A

MVPM_Magazin17AAutor: Anthologie (Hrsg. Thomas Will)
Verlag: Marburg Verein für Phantastik
Umfang: 58 Seiten
ISSN: Keine vorhanden
Preis: 3,50 €

Zum Inhalt
Vorwort
Elric terWill: Vorabbemerkung: Mythenpunk – Der-Marburg-Award 2012
Nina Sträter: Wunderschöne Jacobe von Baden
Sabrina Zelezny: Sonderzug nach Vineta
Tedine Sanss: Der Sagenborn
Paul Bates: Bate´s Motel
Christian Spließ: TV-Serien
Eric Hantsch: Aus dem vergessenen Bücherregal
Elric terWill: Schlusswort

MVP-M Nr. 17-B

MVPM_Magazin17BAutor: Anthologie (Hrsg. Thomas Will)
Verlag: Marburg Verein für Phantastik
Umfang: 66 Seiten
ISSN: Keine vorhanden
Preis: 3,50 €

Zum Inhalt
Vorwort
Jörg Herbig: Die Raupe
Vincent Voss: Lucie
Sean Beckz: Stumpfsaft
Michael Schmidt: Julio
Tobias Bachmann: Der Blutwurstesser
Markus K. Korb: Disneyland Zombie-Massacre
Paul Bates: Bate´s Motel
Christian Spließ: TV-Serien
Eric Hantsch: Aus dem vergessenen Bücherregal
Elric terWill: Schluss jetzt!

Bild-und Inhaltsquelle: Marburger Verein für Phantastik

CTHULHU LIBRIA Nr. 54

Mit etwas Verspätung aber wieder jeder Menge Tentakel, die neuste Ausgabe CTHULHU LIBRIA. Herausgehoben für diese Ausgabe sein der Artikel von Jörg Herbig in Phantastisches Allerlei und die unheimliche Geschichte Die Stadt der Treppen von Dennis Schmolk!

CL54_CoverAutor: Das CL-Team
Umfang: 65 Seiten
Format: PDF
Hier downloadbar: CTHULHUS RUF und LITERRA.INFO

Fhtagn!
Gallerie der Eitelkeit
News aus R`Lyeh
Lovecraftsche Vorschau 2013
Novitätenbericht des Monats
Weitere Neuerscheinungen
Con-Kalender
Phantastisches zum Download
Rezicenter:
Mit Buchbesprechungen von Elmar Huber, Benjamin Kentsch, Carmen Weinand, Florian Hilleberg und Jörg Herbig
Phantastisches Allerlei: Die Dramatische Bühne – Nacht des Grauens 2 – Eine literarische Theaterkritik von Jörg Herbig.
Aus dem vergessenen Bücherregal: Eine Buchbesprechung von Eric Hantsch
Verlagsvorschau 2013
Kioskgeflüster Vorschau 2013
Comic-Stuff:
Mit Comicbesprechungen von Elmar Huber
Imaginatio Lux: Die Stadt der Treppen von Dennis Schmolk

Buch der Woche 14.01.2012 bis 20.01.2012

Arme_kleine_OpheliaTitel: Lalu Lalula, arme kleine Ophelia
Autor: Fanny Morweiser
Verlag: Diogenes Verlag
Umfang: 166 Seiten
ISBN: 9783257206081
Preis: 8,90 €

»Fanny Morweisers Texte haben in der deutschen Gegenwartsliteratur sicher Einmaligkeitscharakter.«
(Die Magie der Außenseiter: Die Autorin Fanny Morweiser von Martin Strasser, Phase X Nr. 7, Atlantis Verlag, 2010)

Diese Feststellung des Phantastik-Kenners Martin Strasser mag auf den ersten Blick exzessiv erscheinen, kommt man jedoch mit den Geschichten und Romanen der Autorin in Berührung, so ist der Zwang, die gleiche Haltung zu einzunehmen, unabwendbar.
Bereits ihr Debüt Lalu Lalula, arme kleine Ophelia verdeutlicht die hohe Erzählkunst der Fanny Morweiser auf das Beeindruckenste; das Schicksal eines Einzelnen wird auf die ein oder andere Weise zum Nemesis für die Menschen, mit der sie in Berührung kommt.

Vor zwei Jahren wurde Martha in einem verfallen Haus von einem Arbeiter gefunden, wirr vor sich her plappernd und krank. Eine alte Frau lass von ihr in der Zeitung und nahm sie zu sich. Die Erinnerungen an die Zeit vor ihrer Krankheit sind ausgelöscht.
Eines Tages bekommen die beiden einen Brief von der Schwerster der alten Frau. Charlotte, so ihr Name, ist ein ruheloser Geist, der umherzieht und von dem Verkauf von Horroskopen lebt.
Sie lädt die beiden ein, zu ihr in die Stadt G. zu kommen, wo sie im Haus des merkwürdigen Herrn Sebastian untergekommen ist.
Da die alte Frau sich nicht wohl fühlt, muss Martha allein fahren. In dem Haus, das sich schon bald als ein privates Sanatorium für Menschen herausstellt, die von der »normalen« Gesellschaft ob ihres Verhaltens und Aussehens nie akzeptiert werden würden, wir ihr von dem unheimlichen und buckeligen Herrn Sebastian die Wahrheit über ihr Leben vor der Amnesie erzählt.

Sofort wird dem Leser der höchst melancholische Duktus, der bis zum Ende auch durchgehalten wird, auffallen. Zeitweise wirkt er sogar höchst elegisch. Hinzu kommen die biedere, von einer drückenden Atmosphäre durchwirkten Umgebung, in der die Protagonistin lebt.
Ebenfalls eine höchst frappierenden Eindruck hinterlassen die Insassen des Sanatoriums. Darunter ein liebenswürdiger Kerl, der sich für einen Kapitän hält, eine Frau, deren Gesicht so hässlich ist, dass sie nur »Die Kröte« genannt wird, und ein Mensch, der sich wie ein Hund verhält.
Es sind diese Figuren, die Verkörperung der Andersartigkeit, das Denken in fremden Bahnen abseits der hochgehaltenen Norm, an der sich jeder Mensch in der Gesellschaft messen lassen muss, die eine Quintessenz in Lalu Lalula, arme kleine Ophelia ist.
Zum Anderen verkörpern besagte Figuren, zweifellos in extremer Form und jede auf ihre Art, die Verschrobenheit eines jeden Menschen und halten somit dem Leser einen Spiegel vor, in dem er sich selbst irgendwo wiedererkennen dürfte.

Die weiteren Begebenheiten werden in einer Binnenerzählung fortgeführt, in der zu Tage tritt, dass Martha eigentlich Ophelia heißt und als Jugendliche von den Erzählungen des Herrn Sebastian über dessen Vater, der ein Mörder war, vergiftet wurde. Damals studiert Sebastian noch in Ophelias Stadt und die beiden trafen sich immer des Nachts im Haus an der Schleuse – das Haus von Sebastians Vaters.
Später begab es sich, dass Ophelia ihre Mutter, die nicht Schwimmen konnte, ins Wasser lockte und dort kläglich ertrinken ließ. Ihr Vater sperrte sie darauf hin in ein Zimmer unter dem Dach, wo sie in einen Sarg schlafen und nur über einen Balkon die Außenwelt betrachten konnte.
Als jedoch Globetrotter Arthur Ophelia dort vom Nachbarhaus aus stehen sieht, verliebt er sich in sie. Das Unglück nimmt seinen Lauf…

Lalu Lalula, arme kleine Ophelia wird im Untertitel als Eine unheimliche Liebesgeschichte beschrieben. Eine Darstellung, die insofern richtig ist, als das sich fast jeder männliche Charakter in Ophelia zu verlieben scheint. Nicht nur Arthur ist ihr verfallen, auch der Herr Sebastian.
Der Ursprung der mörderische Eigenart von Ophelia scheinen offenkundig die blutrünstig Geschichten des Herr Sebastian zu sein. Eine leise Spur von Zweifel bestehen jedoch, wenn Fanny Morweiser ihre Protagonistin als »traurig lächelnd« und »abwesende in Gedanken« beschreibt. Diese Schilderungen laden zu der Spekulation ein der immer noch nach Tod lechzende Geist des Vaters von Herrn Sebastian hätte sich des Mädchen bemächtigt.
Die weiteren Figuren, wie Adele, die Mutter von Arthur, oder der Vater von Ophelia passen wieder in das morweisersche Schema kauziger Individuen. Ihr Schicksal ist eng miteinander verflochten
Fanny Morweiser verbindet in diesem Roman nicht nur feinfühlig das Leben einiger Menschen mit dem Unheimlichen und Ambivalenten. Sie ist auch eine sichere Stilistin, deren erzählerischer Ton punktgenau trifft.
Lalu Lalula, arme kleine Ophelia ist somit ein melancholisches, einnehmendes und schauerliches Werk, das ohne jedwedes phantastisches Element auskommend, den Leser in einen gepolsterten Alptraum stößt. Man ist geneigt sich zu ängstigen und kuschelt sich dennoch mehr und mehr hinein.

Bildquelle: Diogenes Verlag

Buch der Woche 07.01.2013 bis 13.01.2013

Das Land des Lachens

LachenAutor: Jonathan Carroll
Verlag: Suhrkamp/Insel Verlag
Umfang: 243 Seiten
ISBN: 3458165879
Preis: variiert, da nur noch antiquarisch erhältlich

Es ist still geworden um den Amerikanischen Autor Jonathan Carroll – zumindest hier zu Lande. Nachdem der Eichborn Verlag im Jahr 2003 seinen Roman »The Wooden Sea« (»Das hölzerne Meer«) veröffentlicht hatte, wurden nachfolgenden Titel, von denen es bisher immerhin drei gibt, nicht mehr ins Deutsche übersetzt; und auch bereits erschienene Bücher erlebten keine Neuauflage mehr, obwohl Carrolls Werke zum Anspruchsvollsten gezählt werden muss, was die modere Phantastik zu bieten hat.
Nicht umsonst bemühte sich einstmals der Genre-Kenner Franz Rottensteiner darum, den Autor, der sein Domizil in Wien gefunden hatte, im Suhrkamp/Insel Verlag in der Reihe »Phantastische Bibliothek« unterzubringen. »Das Land des Lachens« wurde so sein deutsches Debüt.
Auch Außerhalb dieses Rahmens erfolgten Publikationen; im Suhrkamp/Insel Verlag wurden so zwischen 1986 bis 1995 sechs Titel von Jonathan Carroll auf Deutsch herausgebracht. Dazwischen, im Jahr 1993, kam die Novelle »Schwarzer Cocktail« im Heyne Verlag heraus.
Danach trat eine vierjährige Pause ein, bis 1999 im Europa Verlag »Pauline, umschwärmt« publiziert wurde; 2002 »Fieberglas« und schließlich 2003 »Das hölzerne Meer« (beide bei Eichborn), wonach der Autor im deutschsprachigen Raum von der Bildfläche verschwand.

Jonathan Carroll wurde 1949 in New York geboren und war der Sohn bekannter und kreativer Eltern: sein Vater der Drehbuchautor Sidney Carroll, seine Mutter Schauspielerin, Sängerin und Lyrikerin.
Nachdem er 1971 das Studium an der Rutgers University mit Auszeichnung bestanden hatte, heiratet er noch im selben Jahr die Künstlerin Beverly Schreiner.
Als Englischlehrer arbeitete er an diversen Amerikanischen Schulen, bevor es ihm an die American International School in Wien zog, wo er heute noch tätig ist.

Für den Großteil der Carroll-Leserschaft dürfte wohl »Das Land des Lachens« das ultimative Werk des Autors darstellen. Auf gekonnte Weise lässt der Autor das Phantastische unmerklich in die Welt der Protagonisten einfließen.
Thomas Abbey ist Lehrer für Englische Literatur an einer Schule. Sein Leben verlief bisher immer im Schatten seines Vaters, der ein berühmter Schauspieler war.
Thomas hat eine Vorliebe für Masken, die er in seiner Wohnung sammelt und die meist der Grund dafür sind, dass die holde Frauenwelt – einmal etwas näher gekommen – schnell wieder auf Distanz geht. Und er mag – liebt – die Bücher von Marshall France.
Ganz besäßen ist er von dem Autor, der zwar bereits tot, aber durch seine Bücher immer noch lebending scheint. Und so nimmt es dann auch nicht wunder, dass er, nachdem er in einem Antiquariat ein seltenes Buch von diesem entdeckt, es unbedingt haben muss – doch leider ist es schon verkauft.
Thomas setzt alles daran, es demjenigen abzukaufen und lernt dabei die Marionettensschnitzerin Saxony kennen. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, doch nachdem sich Thomas dazu entschlossen hat eine Biographie über Marshall France zu verfassen und einigen Diskussionen mit Saxony, die sich unbedingt daran beteiligen will, kommen sich die beiden schlagartig näher.
Für weitere Recherchen wollen sie Galen aufsuchen, eine kleine Stadt, in der France bis zu seinem Tode lebte und wo jetzt noch seine Tochter Anna wohnt.

Bereits auf in diesen ersteren Abschnitten tritt zu Tage, wie gut es Carroll gelingt, Charaktere »mit Seele« zu schaffen.
Thomas Abbey ist ein Mann, der von seiner Umwelt gelangweilt und genervt ist. Die Berühmtheit seines Vaters erscheint ihn oft als Last, da er sich immer verdammt sieht in dessen Schatten zu stehen. Saxony Gardener wiederum tritt als resolute Frau in Erscheinung, hinter deren etwas kratzbürstigen Verhalten sich aber ein sehr emotionales Wesen verbirgt.
Beide Protagonisten werden mit ihren Marotten (Marionetten- und Maskenliebhaber), viel Humor und menschlicher Wärme geschildert. Für dem Leser ist es somit nicht schwer, mit beiden warm zu werden.
Für Jonathan Carroll scheint dann auch die Schilderung des Phantastischen weniger von Bedeutung, als das Zusammenleben von Thomas und Saxony, was deutlich wird, nachdem die beiden in Galen eintreffen.
Dort suchen sie die Tochter von France auf und nach einigem Hin und Her, wird ihnen die Erlaubnis erteilt, die Biographie zu schreiben, obwohl Anna ein solches Ansinnen bisher immer abgewehrt hat.
Schon zuvor, wenige Tage nach ihrer Ankunft, gab es ein seltsames Vorkommnis: Ein kleiner Junge wurde von einem Auto angefahren, doch statt schockiert zu sein, ist es den Bewohner wichtiger, wie sich der Junge in seinen letzten Minuten vor den Unfall verhalten hat.
Darüber hinaus muss Thomas feststellen, dass es viele Geheimnisse im Leben von Marshall France geben hat; und immer tiefer dringt er in diesen Abgrund vor. Was hat es mit den merkwürdigen Einwohner von Galen und ihren Hunden auf sich? Wer war Marshall France wirklich und was führt seine undurchschaubare Tocher im Schilde? Die Wahrheit sprengt jede Vorstellungskraft! Thomas und Saxony sind teil eines rätselhaften und schrecklichen Plans!

Wie schon zuvor erwähnt, schleicht sich das Phantastische auf leisen Sohlen in die Geschichte ein und verwandelt die Kleinstadt Galen in einen Hort der Wunder und Schrecken, von denen hauptsächlich Thomas viel zu Gesicht bekommt, da ihm eine wichtige Rolle zugeschrieben scheint. Das dabei nicht alles wie eitel Sonnenschein daherkommt, merkt er zwar, doch kann er sich von den Ereignissen nicht lösen.
Es wird zugegebenermaßen nicht direkt angesprochen, doch mutet der Fakt, dass Thomas nun im Mittelpunkt des Geschehens steht, wie ein Befreiungsschlag gegenüber der Berühmtheit seines Vaters an. Er ist nun das Non-Plus-Ultra von dem alles in diesem Plan abhängt. Gleichzeitig scheint ihm aber auch die drohende Gefahr unterschwellig bewusst zu sein.
Die Vorlieben der beiden Protagonisten für Masken und Marionetten spiegeln sich ebenfalls in den Bewohnern von Galen wieder, sind diese doch von einer speziellen »Kraft« abhängig wie eben eine Marionette von der ihres Führer. Und nichts ist in dem Ort so wie es scheint; eine Maske verbirgt die ungeheuerliche Wahrheit.
»Das Land des Lachens« ist nicht nur ein phantastischer sondern auch einfühlsamer und menschlicher Roman in dem sich der Leser selbst zu einem Großteil wiedererkennen dürfte.
Dem Autor gelingt es mühelos, geradezu spielerisch, in die Welt des Buches zu entführen. Dabei bedient er sich eines klaren Stils und bekannter Bilder, ohne ins Triviale abzugleiten, sondern um Fragen, wie nach der Gültigkeit der Existenz und den Wert der Phantasie so zu verpacken, dass der Leser kein Philosophiestudium benötigt, um zu verstehen, was erzählt wird.
Jonathan Carroll verbindet so außergewöhnlichen Ideenreichtum und eine geschliffen Art zu erzählen, zu einen wundervollen Roman, der als ein Klassiker der modernen Phantastik gelten muss!

Bildquelle: Eigenes Foto des Buches